Privatisierung nicht automatisch billiger und besser

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 23.06.2020, Seite 25 in seinem Bericht »Neuer Sportplatz ist fertig», »Stadtverwaltung plante die Anlage selbst und sparte dadurch Geld« von dem neuen Sportplatz in Urfeld, der von der Stadtverwaltung ohne externes Planungsbüro selbst geplant wurde und die bauliche Umsetzung leitete. Der erste Beigeordnete Ohrndorf erklärte: »Hätten wir das Projekt nicht im eigenen Haus umgesetzt, wäre die Rechnung um ein vielfaches höher ausgefallen, oder es wäre eben für das selbe Geld weit weniger möglich gewesen"«

Früher war die Umsetzung in den Verwaltungen Standard und hat gut funktioniert.

Dann kam mit dem Argument »privat ist alles besser« die Welle der massenhaften Privatisierung kommunaler Unternehmen.

Wie man am oberen Beispiel sieht, ist privat nicht automatisch besser. Siehe zum Thema Privatisierung auch:

Warum ist Privatisierung für Politiker so interessant?

Beispiel Stadtwerke-Affäre Köln

In der Stadtwerke-Affäre in Köln sollte für den SPD Politiker Martin Börschel bei den Stadtwerken Köln ein Posten geschaffen werden, der laut Medienberichten mit bis zu 500.000 Euro p.a. vergütet werden sollte. Damit hätte Börschel ein höheres Gehalt erhalten, als beispielsweise Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit etwa 200.000 2.

Am 30.04.2018 sollte Martin Börschel ohne vorherige öffentliche Ausschreibung gewählt werden. Das Vorhaben scheiterte an Kölns Oberbürgermeisterin und öffentlicher Kritik.

Das Beispiel Stadtwerke-Affäre Köln zeigt, wie es funktioniert kann und wie sich Politiker bereichern. Die Bereicherungsabsichten gehen über alle Parteigrenzen, hier waren es CDU, SPD und Die Grünen.


  1. Wohlfahrt, Norbert, und Werner Zühlke (1999), Von der Gemeinde zum Konzern Stadt. ↩︎

  2. Einnahmen und Abführungen im Jahr 2018 der Stadt Köln ↩︎

Kölner Stadt-Anzeiger Politik Privatisierung 2020