Corona: Wer soll das bezahlen?

… diese Frage stellte Jupp Schmitz in seinem Karnevalslied in Anspielung auf die durch die Währungsreform ausgelösten Preissteigerungen.

Und diese Frage sollten wir uns angesichts aller der Milliarden Forderungen im Rahmen der Corona Pandemie auch stellen. Denn die Politik lässt uns da im unklaren.

Forderungen nach Milliarden Hilfen schier endlos

Corona Konjunkturpaket

Infografik: So will Deutschland aus der Corona-Krise steuern | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Corona Pandemie nicht immer Ursache

Wie man an diesen Beispielen sieht ist die Corona Pandemie nicht immer die alleinige Ursache für die wirtschaftlichen Probleme.

Zum unternehmerischen Handeln gehört grundsätzlich auch das Risiko sich ändernde Bedingungen. Dieses unternehmerische Risiko gilt ja gerade als Begründung für die überdurchschnittlichen Renditen für Anteilseigner und Gehälter der Führungsetage.

Insofern stellt sich grundsätzlich die Frage nach staatlicher Hilfe.

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren

Leider wurde das Prinzip der wirtschaftlichen Verantwortung in der Finanzkrise nachhaltig zerstört. Nun gilt: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

Diese für die Anteilseigner und Unternehmensführer so vorteilhafte Prinzip soll nun auch in der Corona Pandemie gelten.

Und wenn die Allgemeinheit dabei auch noch ein paar nicht durch Corona verursachte Probleme löst, um so besser.

Wie könnte man den Unternehmen helfen?

Liquidität / Kredite

Gesunden Unternehmen fehlt Liquidität. Diese könnte über niedrig verzinste, langlaufende staatlich abgesicherte Kredite erhöht werden. Die Unternehmen müssten diese nach Rückkehr in die Gewinnzone zurückzahlen.
Die Gesellschaft wäre nicht betroffen.

Kranken Unternehmen würde dies vermutlich nicht helfen. Da Corona nicht die Ursache ist, ist mehr als unsicher, ob staatliche Hilfe helfen und sinnvoll wäre. Ein Insolvenz und gegebenenfalls ein Neuanfang wäre die betriebswirtschaftlich saubere Lösung. Bei unverzichtbaren Unternehmen, wie die deutsche Bundesbahn könnte eine Zerschlagung und der Verkauf an Konkurrenten geprüft werden. Notfalls müsste eine Verstaatlichung erfolgen. Dann wären allerdings die exorbitanten Managerbezüge der Ex-Politiker in Gefahr.

Zuschüsse

Zuschüsse sind, um es ganz klar zu sagen, ein Geschenk der Allgemeinheit an die Unternehmenseigentümer ohne große Gegenleistung. Warum soll die Allgemeinheit Unternehmenseigentümern Geld schenken?

Kaufprämien und ähnliches

Kaufprämien sollen den Kauf ankurbeln und in der Theorie die Wirtschaft ankurbeln. In der Regel entfachen sie jedoch nur ein Strohfeuer. Und verhindern Käufe, wenn über Kaufprämien spekuliert wird, wie jetzt für die Automobilindustrie.
Warum soll die Allgemeinheit Autokäufern Geld schenken?

Wer soll das bezahlen?

Warum soll die Allgemeinheit Unternehmenseigentümern Geld schenken? Warum Autokäufern?

Vermögensverteilung_Deutschland_2002_und_2007

Quelle: Wikipedia: Vermögensverteilung in Deutschland

Die Angaben zur Vermögensverteilung in Deutschland schwanken. Gesichert dürft aber sein, dass dem reichsten Zehntel mehr als die Hälfte der Vermögens Deutschlands gehört. Man darf davon ausgehen, dass sich in dieser Gruppe überwiegend die Eigentümer und Aktionäre der Unternehmen befinden, die jetzt staatliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Naheliegend wäre daher eine Belastung dieser reichsten Bevölkerungsschicht durch eine Sonderabgabe oder Vermögenssteuer. Sie würden dann für die Rettung ihrer eigenen Unternehmen zahlen. Und reich genug sind sie dafür.

CDU/CSU Klientelpartei

Die CDU/CSU hat dieser Idee sofort eine Absage erteilt. Damit beweist sie zum wiederholten Maße, dass sie keine Volkspartie sondern die Klientel-Partei der reichsten 10% ist.

Die CDU/CSU will die Allgemeinheit dafür zahlen lassen. Dies ist eine Umverteilung von Unten nach Oben.

Wer also soll das bezahlen?

Steuererhöhungen sind extrem unpopulär. Werden Mittel- und Unterschicht zur Kasse gebeten, sind Steuererhöhungen konjunkturell schädlich. Die Menschen können sich wegen der steigenden Preise weniger leisten und werden zudem noch vorsichtiger mit Ausgaben.

Will man die Superreichen schonen, und auch die Mittel- und Unterschicht nicht zur Kasse bitten, dann machen Politiker Schulden und verlagern das Problem in die Zukunft.

Kinder sollen zahlen

Wie schon bei dem 750 Milliarden Plan der EU sollen dann unsere Kinder und Kindeskinder für die Schulden zahlen.

Und das ist dann auch der Unterschied zu der Zeit von Jupp Schmitz und seinem Karnevalslied. Damals haben die Bürger für die Entscheidung Ihrer Politiker bezahlt. Heute sollen es die Kinder zahlen.

Das ist ein Skandal! Sprechen Sie Ihren Bundestagsabgeordneten an, reden Sie mit den Parteien. Die Superreichen sind reich genug ihre eigenen Firmen zu retten.

Nachtrag 04.06.2020

Es kommt noch schlimmer. Das Konjunkturprogramm umfasst 130 Millionen, davon ca. 20 Millionen für eine zeitlich befristete Senkung der Mehrwertsteuer. Warum das falsch ist, können sie unter Corona: Senkung der Mehrwertsteuer ist falsch lesen.

Corona Politik 2020