Leserbrief: Europa jubelt - weiter so?

Leserbrief zu: “Europa jubelt über Holland-Wahl”, Kölner Stadt Anzeiger vom 17.03.2017

Europa jubelt

Und auch ich war im ersten Moment froh, dass Wilders die Wahl verloren hat.

Wenn aber Merkle und Junkers von einem ermutigendem Votum sprechen, ist zu befürchten, dass Sie dieses Votum als weiter so verstehen.

Wie auch alle guten Vorsätze nach dem Brexit Schock im Nichts verschwunden sind.

Weiter so wird Europa aber in den Abgrund führen.

Möglicherweise war der Jubel verfrüht.

Nachtrag, 20.12.2017

Meine Befürchtung hat sich leider bestätigt. Keiner hat eine Idee für Europa.

EU ist nicht Bündnis Bürger

Auch Macrons Verteidigungs-Vision für Europa wird die EU bei ihren Bürgern nicht beliebter machen. Und das Verhalten der EU in der Katalonien Krise ist desaströs, erweckte es doch den leider zutreffenden Eindruck, die EU ist ein Bündnis der Staaten und deren Führer und nicht die EU der Bürger. Die Verfassung der EU sagt da etwas anders.

Man wird die EU nur retten, wenn die Bürger einen unmittelbaren Nutzen empfinden, und wenn man ihr Herz anspricht.

Für die EU-Bürger muss das Leben besser werden.

Überwindung von Sprachbarrieren

Das wichtigste ist die Überwindung von Sprachbarrieren. Die Sprache des Nachbarlandes muss in der Grundschule gelehrt werden (bei mehreren Nachbarländern, das des nächsten Landes).

In öffentlichen Einrichtungen wie Bahn, Bus, Bahnhöfen, etc. muss die Beschriftung mindestens auch in der Sprache des nächsten Nachbarlandes erfolgen.1

Für den Bürger vereinfachen, Regeln angleichen

Abstruse Unterschiede

Abstrus sind auch die verschiedenen Maut- und Plaketten Systeme und das unterschiedliche Verkehrsrecht.

Ein absurdes Beispiel: Warntafeln.

In Italien und Spanien ist es Pflicht, die Ladung durch Warntafeln kenntlich zu machen, wenn sie nach hinten rausragt.

In Italien muss die Warntafel 50 x 50 cm groß, rot/weiß schraffiert und reflektierend sein.

In Spanien sind zwei Warntafeln Vorschrift, ebenfalls im Format 50 x 50 cm, rot/weiß schraffiert und reflektierend. Im Unterschied zu Italien muss die Warntafel schwarz umrandet sein.

Natürlich kosten ein Verstoß Bussgeld - und dieser wird zur Freude der Bürger europaweit vollstreckt.

Wenn man selbst solche Kleinigkeiten nicht vereinheitlicht, wer soll dann an ein geeintes Europa glauben?


  1. Frankreich ist da leider Negativbeispiel. Und auch der Versuch durch die Gebietsreform Elsass und Lothringen von der Landkarte zu tilgen ist nicht im Europäischem Geist. ↩︎

Europa Leserbrief 2017